Von Vögeln und Schokolade

Donnerstag 16.03.
Wir sind immer noch auf der Suche nach einem Grund, den Verkauf des Heidenholzes zu verhindern. Darum haben wir einen befreundeten Ornithologen gebeten mal nachzuschauen, ob sich dort nicht eventuell gefährdete Vögel finden lassen. Zu unserem Pech ergab diese Recherche 18 verschiedene Vogelarten bei nur einer Begehung, allerdings gehörte keine davon in die Rubrik der streng geschützten Arten oder gar der Rote Liste Brandenburg. Man hat zwar einen Rotmilan kreisen sehen, aber der hatte sich leider noch für keinen Brutplatz bei uns entschieden. Mir kommt kurz der Gedanke, so etwas einfach mal zu behaupten, aber der Trick würde uns zweifellos auch nicht wirklich weiterhelfen.

Samstag 18.03.
Die Affäre schlägt weiter Wellen und das ist gut so. Viele Leute finden gerade am Wochenende mehr Zeit als sonst, um mal die Zeitung etwas ausführlicher zu lesen. Daher freut es mich besonders, als ich einen langen Leserbrief zum Thema im Lokalblatt entdecke. Darin werden alle Sachen, die ich mal so salopp als nicht koscher bezeichnen würde, schön hintereinander aufgelistet. Unser Bürgermeister Felsentramp und die ganze Stadtverwaltung kommen bei dieser Aufzählung nicht so gut weg. Der Text hat Feuer und ich bin wieder einmal frohen Mutes. Dummerweise hält das natürlich wie gehabt nicht ewig an. Inzwischen bin ich Großverbraucher für Nussschokolade geworden. Die Begründung, dass ich das für meine Nerven brauche, stimmt zwar, aber meine Hüften sehen das ganz anders.

Montag 20.3.
Im Heidenholz findet heute eine offizielle Försterwanderung statt. Ich ärgere mich. Montags 14:00 Uhr ist ein Termin, den man ja als Nicht-Rentner problemlos wahrnehmen kann. Wer denkt sich sowas aus? Daher muss ich leider auf den entsprechenden Bericht in der Zeitung zurückgreifen. Schade, denn Dr. Freundlich war auch bei dieser Waldwanderung dabei. Als ich lese, was der gegenüber dem Journalisten geäußert hat, bin ich allerdings wieder einmal platt. Er behauptet doch glatt, dass er an einer Strategie für das gesamte Waldgebiet Heidenholz arbeitet. Hat er doch nicht immer versichert, dass das nicht in sein Arbeitsgebiet fällt. Ich habe ihm das zwar nie abgenommen, aber immerhin hat er es mehrmals so verlauten lassen. Und dann lässt er noch die reizende Bemerkung fallen, in und um Wulfenfort gäbe es ja nicht so viel Wald. Der macht mir Spaß! Warum wird dann ein Stück verkauft? Das erfahre ich nicht, denn der letzte Satz im Artikel lautet: “ Zu den jüngsten Diskussionen um den Verkauf der alten Baumschule nahm er keine Stellung.“ Das hätte mich ja auch gewundert, brumme ich vor mich hin.

Natürlich tauschen wir uns auch untereinander über diesen Zeitungsartikel aus. Alle Mitstreiter finden, dass die Wanderung an einem Montagnachmittag zu veranstalten, entweder ein Missgriff oder ein gewollter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit war. Das können wir besser, ist die einhellige Meinung und so blasen wir zur Attacke. Die Idee ist ganz einfach: Wir machen ebenfalls eine Waldwanderung, um die Leute zum Thema Heidenholz aus unserer Sicht zu informieren.

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Bildquellenangabe:        RainerSturm  / pixelio.de

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